Zunächst ordnete der Bezirksvorsteher das Wort im biblischen Kontext ein und schilderte, wie es dem Prophet Jona erging:
Der Prophet Jona war von Gott beauftragt worden, der Stadt Ninive zu verkünden, dass sie nicht recht handelten und deshalb die Strafe Gottes und die Zerstörung der Stadt zu erwarten hätten. Der Prophet Jona scheute sich aber davor, die Nachricht zu überbringen und suchte stattdessen mit einem Schiff das Weite. Das Schiff kam in einen Sturm, als dessen Ursache Jona rasch seinen Ungehorsam gegenüber dem Auftrag Gottes erkannte. Auf sein Bitten wurde er ins Meer geworfen. Gott wollte aber nicht, dass Jona stirbt, und trug dafür Sorge, dass ein großer Wal Jona verschlang und an Land wieder freigab. So verschont, machte sich nun Jona doch auf, den Auftrag Gottes zu erfüllen und die Nachricht an die Stadt Ninive zu überbringen. Jona erwartete nun die über die Stadt hereinbrechende Strafe – diese blieb jedoch aus, denn die Bewohner der Stadt hatten sich reumütig von ihrem falschen Verhalten abgewandt. Jona aber war zornig, dass Gott die angekündigte Strafe nicht vollzog, verließ die Stadt und legte sich unter einen schattigen Baum. Daraufhin zeigte Gott Jona, dass er nicht recht dachte und handelte. Gott sorgte dafür, dass Würmer die Wurzeln des Baumes, unter dem Jona rastete, beschädigten und so bewirkten, dass der Baum alle Blätter verlor. Jona saß nun ohne Schatten in der heißen Sonne und war zudem noch einem glühenden Wind ausgesetzt.
Genau diese Veränderung beschrieb der Altarschmuck; beschattet und begrünt auf der einen Seite – verdorrt und der heißen Sonne preisgegeben auf der anderen Seite. Bereits der Kinderchor hatte aber zuvor in seinem ersten Lied deutlich gemacht, dass der liebe Gott auch den liebend annimmt, der Fehler macht. Jona hat sich, so der Bezirksvorsteher, über etwas geärgert und war enttäuscht, obwohl ihm die Entscheidung darüber, ob die Stadt eine Strafe verdient hatte, gar nicht zustand, sondern nur Gott allein.
Auch alle Kinder, die dem Gottesdienst aufmerksam folgten, kannten das Gefühl sich über etwas zu ärgern sehr gut. Gemeinsam mit dem Dienstleiter erarbeiteten sie, in welchen Situationen man sich ärgern kann. Das können nicht erfüllte Wünsche sein, Ablehnung, Neid, Scheitern oder eine ungerechte Behandlung. Dabei blieben die Kinder aber nicht stehen und trugen zusammen, wie man dem Ärger entgegenwirken kann, nämlich durch Gebet und einem kurzen Nachdenken oder bis 10 zählen. Manchmal hilft auch, die Luft rauszulassen oder mit anderen zu reden. Alle Gedanken wurden auf einer Flipchart zusammengefasst und konntenvon den Anwesenden in den gesamten Bezirk mitgenommen werden, der – wie nun auch alle Kinder wissen – 15 Gemeinden umfasst, die von 13 Vorstehern geleitet werden. Von A wie Angermünde bis Z wie Zepernick spannt sich der Bezirk und so trugen Priester aus beiden Gemeinden in ihrem Predigtbeitrag weitere Gedanken zum Bibelwort bei. Im Kindergottesdienst verabschiedete Bezirksvorsteher Härm die diesjährigen Konfirmanden aus dem Kreis der Kinder. Den Abschied aller zum Ende des Gottesdienste bildete fast schon traditionell das mit viel Begeisterung vorgetragene Lied des Kinderchores „Laudato si“- „Sei gelobt, mein Herr“.
Neuapostolische Kirche